
7.7.2010
Rund 5.000 Kinder aus Familien der Roma und weiterer ethnischer Minderheiten sollen in den kommenden Jahren aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben oder rückgeführt werden, obwohl sie dort kaum eine Perspektive auf Schulbildung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Integration haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo. Demnach gehen drei von vier Kindern, die bislang schon aus Deutschland zurückkehrten und hier zur Schule gingen, im Kosovo nicht mehr zur Schule. Die größtenteils in Deutschland aufgewachsenen Kinder sprechen kaum Albanisch oder Serbisch und landen nach der Abschiebung im sozialen Abseits.
UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo

"Ich möchte hier bleiben", erklärt die 18jährige Roma-Jugendliche Dekana, und Oberbürgermeister Markus Lewe hört aufmerksam zu. "Ich habe jetzt mit einer Ausbildung begonnen und kann mir ein anderes Leben als hier in Münster nicht vorstellen." - "Wir werden als Stadt alles tun, damit die Roma nicht abgeschoben werden", bekräftigt Lewe daher auch noch einmal vor der versammelten Presse. Er erwähnt die erneut einstimmige Resolution des Rates der Stadt Münster vom 8. Juni 2010, in dem parteiübergeifend gegen die Abschiebungen gestimmt wurde.
Diese Resolution hatten Vertreterinnen und Vertreter der Münsterschen "Aktion 302" am Montag, 14. Juni, zum Anlass genommen, dem Oberbürgermeister ein Exemplar ihrer Fotobroschüre "Schnappschüsse für ein Bleiberecht" zu überreichen. Die Fotoaktion hatte im vergangenen September auch überregional für Aufsehen gesorgt und wird inzwischen in mehreren deutschen Städten nachgeahmt- sehr zur Freude der Münsterschen Initiatoren. Nach Überzeugung der "Aktion 302" soll die verabschiedete Resolution jedoch nicht das Ende des städtischen Engagement sein, sondern vielmehr der Startschuss für konkrete weitere Maßnahmen.
Daher forderten die Vertreterinnen und Verteter der Aktion 302 den Oberbürgermeister auf, er möge zu einem Runden Tisch mit städtischen und politischen Vertretern der Stadt Münster einerseits und Romavertretern und Nichtregierungsorganisationen andererseits einladen, um weitergehende Stellungsnahmen und konkrete Aktionen gemeinsam zu planen.
Zur Broschüre "Schnappschüsse für ein Bleiberecht" in niedriger Auflösung
Die Resolution im Originalwortlaut finden Sie hier.
WDR Lokalzeit Münsterland (nur 7 Tage lang abrufbar); dort auf "Kompakt" klicken
Westfälische Nachrichten-TV (Video)

Der Rat der Stadt Münster hat am Mittwoch (9. Juni 2010) einstimmig eine Resolution gegen die Abschiebung von Roma in den Kosovo verabschiedet. Der Beschluss, der auf Initiative des Integrationsrats eingebracht worden ist, stellt unter anderem fest: "Eine Abschiebung erinnert hingegen an Diskriminierung und Vertreibung." Aus diesem Grunde ermutigt der gesamte Rat der Stadt die Ausländerbehörde, "alles im Rahmen des gesetzlich Möglichen zu unternehmen, um Abschiebungen von Minderheiten in den Kosovo zu verhindern."
Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Resolution zum gleichen Thema gefasst worden war, die zahlreichen anderen Städten - unter anderem Hannover - als Vorbild für ähnliche Beschlüsse gedient hat, geht die aktuelle Resolution allerdings inhaltlich weiter. So wird die neue Landesregierung in NRW aufgefordert, sich gegen die drohende Abschiebung der Roma und für veränderte Bleiberechtsregelungen einzusetzen. Das Auswärtige Amt wird aufgefordert im Rahmen seiner Zuständigkeiten, regelmäßig über die Situation der bereits abgeschobenen und der freiwillig zurück gekehrten Menschen im Kosovo zu berichten.
In Münster sind aktuell noch rund 260 Roma aus dem Kosovo ausreisepflichtig. Der Stadtrat vermutet, dass niemand von ihnen "freiwillig" ausreisen werde. In der Ratsresolution heißt es dazu: "Hiervon sind ca. 150 Kinder und Jugendlichen
in Münster geboren und aufgewachsen. Sie haben hiesige Kitas und Schulen besucht. Das Heimatland ihrer Eltern kennen sie im Regelfall nur aus den Nachrichten und den Geschichten der älteren Generation. Viele von ihnen sprechen nur Deutsch und Romanes, aber weder Albanisch noch Serbisch. Die älteren Flüchtlinge haben schreckliche Erinnerungen an ihre Flucht vor nationalistisch gesinnten Gewalttätern. Viele sind traumatisiert, sie haben Angst, in den Kosovo zurückzukehren. Münster ist für sie ein neues Zuhause, das Schutz bietet."
Die Resolution im Originalwortlaut finden Sie hier.
In ganz Deutschland gibt es Organisationen, die das Bleiberecht für Roma in Deutschland durchsetzen wollen und hierfür unter dem Motto „alle bleiben“ bundesweit zusammenarbeiten.
Mehr Infos zu der Kampagne und einen deutschlandweiten Überblick über Gruppen, die sich für die Interessen der Roma einsetzen findet sich hier.
Fußgängerzone in Münster: Hunderte Bürgerinnen und Bürger solidarisieren
sich mit den seit Jahren in ihrer Stadt lebenden Roma-Flüchtlingen. Sie
wollen nicht zulassen, dass ihre Nachbarinnen und Nachbarn in den Kosovo
abgeschoben werden. Mit einer kreativen Fotoaktion in der Fußgängerzone
setzen sie ein öffentliches Zeichen des Protestes.
Machen Sie mit!
Bundesweit sind etwa 10.000 Roma von Abschiebung bedroht. Mit dem
kürzlich unterzeichneten Rückübernahmeabkommen will Deutschland jährlich
bis zu 2.500 Menschen, die zum Teil schon seit vielen Jahren bei uns
leben, in den Kosovo zurückschicken. Dagegen protestieren wir!
Vegetieren am Rande der Müllkippe
Im Kosovo erwartet die Abgeschobenen Elend und Perspektivlosigkeit. Ein
Leben geprägt von Angst und Diskriminierung -- häufig ohne Zugang zu
Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung.
Jetzt aktiv werden! Engagieren Sie sich:
Schicken Sie eine Protestmail an die Innenminister der Länder. Auf unserer Homepage können Sie mit einem Klick das Protestschreiben "Keine Abschiebungen ins Elend!" an alle 16 Innenminister schicken.
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/
Protestieren Sie mit einem Foto
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/
Ob alleine oder zusammen mit Bekannten und Verwandten, ob gemeinsam mit
Freunden aus der ganzen Welt oder betroffenen Roma aus der Nachbarschaft
- halten Sie Ihren Protest gegen die Abschiebungen auf einem Foto fest.
Senden Sie dieses mit einer persönlichen Protestmail an den
Innenminister Ihres Bundeslandes. Bitte senden Sie Ihr Foto ebenfalls an
info@proasyl.de. Wir wollen eine Auswahl auf unserer Homepage veröffentlichen:
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/

21.4.2010
Keine Wohnungen, keine Jobs, kein Schulbesuch: Das Kosovo ist mit der Aufnahme der Roma aus Deutschland überfordert, sagt der grüne Bundespolitiker Josef Winkler nach einem Besuch vor Ort im Interview mit der taz, das Sie hier in ganzer Länge lesen können. Zugleich ergeben Zahlen des Bundesinnenministeriums, dass im vergangenen Jahr bundesweit nur 91 Angehörige Angehörige der Roma "freiwillig" in den Kosovo zurückgekehrt sind. Offenbar ist der Problemdruck für Flüchtlinge aus dem Kosovo so groß, dass die Betroffenen sich trotz der für viele bestehenden Abschiebungsdrohung nur zu einem kleinen Prozentsatz durch finanzielle und sonstige Hilfen zu einer Rückkehr bewegen lassen (Quelle: Flüchtlingsrat Niedersachsen).
16.4.2010
Die Abschiebung von Tausenden Menschen in den Kosovo steht bevor. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und sein kosovarischer Amtskollege Bajram Rexhepi haben am 14. April 2010 in Berlin ein Abkommen unterzeichnet, welches die wechselseitige Rückübernahme ausreisepflichtiger Personen aus dem Gebiet der jeweils anderen Vertragspartei regelt. Grüne und Linke üben Kritik. Quelle: migazin.de

Es ist nun schon fast 10 Jahre her, dass der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2000 zu mitternächtlicher Stunde einen sehr denkwürdigen Beschluss gefasst hat. Der Beschluss wurde von den Bundestagsabgeordneten mit großer Mehrheit beschlossen und hatte die Überschrift „Humanitäre Grundsätze in der Flüchtlingspolitik beachten“. Dabei ging es damals vor allem um die Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina. Aber bereits damals wurde in dem Antrag auf das besonders schwere Schicksal der Roma und Aschkali hingewiesen, die überall „Minderheit“ und fast überall Diskriminierte oder Gejagte sind. Leider hat sich an dieser Situation bis heute nicht viel geändert. Sie sind fast überall auf dem Balkan vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt und leben am Rande der Gesellschaft. Doch in Deutschland sieht man sich an das Bekenntnis zu den humanitären Grundsätzen, zu denen wir uns am 30.06.2000 bekannt haben, nicht mehr gebunden.
Der Appell im Wortlaut
wm.tv, Fernsehen aus dem Westmünsterland, berichtet in einem Videobeitrag ausführlich über die gestrigen Abschiebungen der Roma aus dem Münsterland. Interviewt werden in dem Beitrag auch GGUA-Geschäftsführerin Anna Laumeier, sowie Volker Maria Hügel.
Hier lässt sich der Beitrag downloaden und ansehen (ca. 45 MB)
Auch der WDR-Rundfunk berichtet über den gestrigen Flug von Düsseldorf nach Pristina und die Proteste dagegen. Auch hier kommt Volker Maria Hügel zu Wort:
Hier könnt Ihr euch den Beitrag anhören. (8.40 Minuten)

(GGUA). Am Mittwoch (17. März) sind etwa 50 Roma, Ashkali und Albaner von Düsseldorf in den Kosovo abgeschoben worden. Nach der Flugliste waren ursprünglich 152 Personen für diese Sammelabschiebung vorgesehen gewesen, davon 60 Kinder und Jugendliche, die zum Teil in Deutschland geboren sind, und viele teils schwer kranke Menschen. Nach Angaben des WDR gelang es offenbar zahlreichen Betroffenen vor der Abschiebung unterzutauchen, bei einigen Familien haben Gerichte die Abschiebung gestoppt, eine Familie in Göttingen ist in ein Kirchenasyl geflohen.
Unter den Abgeschobenen waren nach Angaben der Westfälischen Nachrichten eine siebenköpfige Familie aus Ibbenbüren, eine sechsköpfige Familie aus Beckum und eine siebenköpfige Familie aus Ahaus, zwei Familien aus Heek und Bocholt gelang die Flucht vor der Abschiebung. Am Flughafen Düsseldorf haben rund 150 Personen gegen die Abschiebungen protestiert.Weitere Sammelabschiebungen in den Kosovo werden auch in den kommenden Wochen zu erwarten sein.
Derweil haben bereits im Februar in einem österreichischen Provinzdorf Einwohner gemeinsam mit dem konservativen ÖVP-Bürgermeister die Abschiebung einer Familie in den Kosovo verhindert: Die Polizei musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil Bürger den den Eingang des Hauses blockierten.
Die Stadt Münster hat bereits im vergangenen Herbst in einem einstimmigen Stadtratsbeschluss gegen mögliche Abschiebungen von Roma in den Kosovo klare Position bezogen. Zahlreiche weitere Gemeinden und Kreise in der Region sind diesem Beispiel gefolgt und haben ähnliche Resolutionen verabschiedet.

Morgen, am 17. März, findet ungeachtet zahlreicher Proteste und der Berichte über die aussichtslose Lebenssituation, die Roma im Kosovo erwartet, wieder ein Abschiebeflug von Düsseldorf nach Pristina statt. Unter den Abzuschiebenden befinden sich mindestens 16 Menschen aus dem Münsterland. Auch Familien mit kleinen Kindern und schwer kranke Personen sollen dorthin abgeschoben werden, wo sie weder Arbeit noch Haus, noch Schule, sondern Gewalt und Ausgrenzung erwarten.
Insgesamt sollen 89 Personen aus Nordrhein-Westfalen und 58 Menschen aus Niedersachen, Bremen und Schleswig-Holstein, in der Mehrzahl Roma und Ashkali, nach Pristina (Kosovo) abgeschoben werden. Auf der Flugliste, auf der nicht der jetzige Wohnort, sondern der Geburtsort vermerkt ist, finden sich unter anderem Kinder und Jugendliche mit Geburtsort Ahaus, Coesfeld, Ibbenbüren, Gronau, Bocholt und Lünen. Im Klartext: Diese Kinder werden in ein gänzlich unbekanntes Land abgeschoben und aus ihrer Heimat Westfalen entwurzelt.
Mehrere zum Teil schwer kranke Personen sollen ebenfalls abgeschoben werden: So ist bei einer der abzuschiebenden Personen vermerkt: "ärztl. Begleitung während des Fluges, da suizidale Handlungen nicht auszuschließen sind, aktuelle Reisefähigkeitsbescheinigung erforderlich!!!". Bei einer anderen kranken Person aus Niedersachsen heißt es: "Diabetes mellitus Typ II, Zustand nach Krebserkrankung, eine medikamentöse Therapie und fachärztl. Weiterbehandlung im Kosovo ist erforderlich! Flugfähigkeit ist gegeben! Ärztl. Begleitung während des Fluges ist erforderlich." Bei einer dritten Person: "u. a. entgleiste Diabetes mellitus Typ 2, chron. Hepatitis B, chron. obstruktive Lungenerkrankung, ärztl. Begleitung während des Fluges.". Als weitere Erkrankungen auf der Liste werden unter anderem genannt: akuter Herzinfarkt im Sommer 2009, Asthma bronchiale, "Dialysepatient", psychogene Krampfanfälle.
Die älteste Person ist 61 Jahre alt, das jüngste Kind gerade einmal acht Monate. Fast 60 der 147 Abzuschiebenden sind Jugendliche unter 18 Jahren, darunter viele Kinder, die ihr gesamtes Leben in Deutschland verbracht haben. Die bevorstehende Abschiebung bedeutet für sie das Ende all ihrer Perspektiven und Hoffnungen. Deshalb appellierte auch UNICEF kürzlich an die Bundesregierung, die Abschiebung von Roma-Kindern und ihren Familien auszusetzen. Nach Berichten von Nichtregierungsorganisationen, des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sowie des Menschenrechtskommissars des Europarates, Thomas Hammarberg, sind Angehörige der Roma, der Ashkali und anderer Minderheiten im Kosovo weiterhin bedroht. Bereits abgeschobene Roma berichten über Gewalt und rassistische Diskriminierung von Seiten albanischer Polizeikräfte.
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Die Tageszeitung "Westfälische Nachrichten" berichtete am 27.2. über die Filmvorführung mit Sami Mustafa im SpecOps und die Situation der abschiebebedrohten Roma in Münster.

Anlässlich des morgigen zweiten Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo macht UNICEF auf die extrem schwierige Lebenssituation und mangelnde Integration von Roma-Kindern in dem noch immer vom Bürgerkrieg gezeichneten Land aufmerksam. Im Kosovo leben etwa 60 Prozent der Roma-Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Eine ausreichende Gesundheitsversorgung existiert für sie nicht. Roma-Familien, die aus Deutschland abgeschoben wurden, leben oft außerhalb der Gemeinden, in Holzbaracken, ohne Heizung und in verwahrlosten Verhältnissen.
Mehr Infos gibt es hier.

Unter Anwesenheit des Regisseurs Sami Mustafa (Foto) zeigen wir am Donnerstag, den 25.Februar 2010 folgende Filme:
Road to Home (Dokumentation, 2006, 10 Minuten. Dieser Film wurde 2007 beim Filmfestival in Cannes gezeigt.)
One Sun One Nation/ Jekh Kham Jekh Sel (Dokumentation, 2007, 20 Minuten)
Never Back Home/ Nachi Palem Khere (Dokumentation, 2010, 50 Minuten)
Der einstimmige Münsteraner Stadtratsbeschluss (vom 29.9.2009), der von der Landesregierung einen Abschiebestopp für die Roma aus dem Kosovo fordert, spricht eine deutliche Sprache der Solidarität und des Interesses an dem Schicksal der Roma in dieser Stadt. Vor diesem Hintergrund laden wir Sie herzlich ein, die Filme des kosovarischen Regisseurs Sami Mustafa aus der Roma- Gemeinde Plementina bei Prishtina zu sehen. Im Anschluss bleibt die Gelegenheit mit dem Filmemacher über die Filme und die aktuelle Situation im Kosovo und über die drohende Abschiebung der Roma zu reden.
25.2.2010, 18 Uhr im SpecOps (Von-Vincke-Str. 5-7, zwischen Bahnhof und Salzstraße), in Münster.
Die Schweiz und der Kosovo haben ein Rücknahmeabkommen für Flüchtlinge unterzeichnet. Menschenrechtsorganisationen wie die Schweizerische Flüchtlingshilfe und amnesty international warnen unterdessen vor Risiken für Roma und fordern, auf Abschiebungen zu verzichten, solange die Menschen nicht in Sicherheit und Würde in den Kosovo zurückkehren können.
Mehr Infos hier.
Erklärung des 1. Roma-Treffens 2010 in Hannover am 31.1.2010.
Mehr dazu: http://romatreffen.wordpress.com
Interview mit Minister Nenad Rasic
Die Bundesregierung will in den nächsten Jahren insgesamt etwa 14.000 ehemalige Flüchtlinge in den Kosovo abschieben. Grundlage dafür ist ein gegenseitiges Rücknahmeabkommen. Gerade die Roma unter den Abgeschobenen aber haben im Kosovo vor allem Diskriminierung und Armut zu erwarten. Nenad Rasic ist Minister für Arbeit und Soziales in der Republik Kosovo. Mit ihm sprach ML-Redakteurin Martina Morawietz.
Weiter zum Interview
Human Rights Watch: World Report 2010. In ihrem „World Report 2010" kritisiert die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, dass in den Ländern des Westbalkans der Schutz der Menschenrechte hinter den Ansprüchen auf europäische Integration zurückbleibt. (09.02.2010)
Neues Deutschland: "Gültig für einmalige Reise nach Pristina". 10 000 in Deutschland lebende Roma müssen ihre Abschiebung nach Kosovo befürchten, doch was wird aus ihnen? (04.01.2010)
The Sun: "UN saved us from war... and left us to die of poisening" (15.12.2009)
Schweizerische Flüchtlingshilfe: "Roma in Kosovo", in: Fluchtpunkt 47 (Dezember 2009)
Amnesty: Deutsche Innenminister ignorieren Schutzpflicht aus internationalen Konventionen (18.11.2009)
Vor 10 Jahren endete der Krieg im Kosovo. Als dessen Folgen kamen Zehntausende Flüchtlinge nach Deutschland. Seitdem sind viele freiwillig in die Heimat zurückgekehrt, andere wurden abgeschoben. Die Bundesregierung hat jüngst eine Vereinbarung mit dem Kosovo über die sogenannte Rückübernahme von Flüchtlingen getroffen. Jetzt droht erneut 14 000 von ihnen die zwangsweise Rückführung.
Weiter zum vollständigen Bericht der ARD Mediathek vom 21.11.2009
Stoppt die Abschiebungen! Jetzt!
Anlässlich der auch diese Woche andauernden Abschiebungen in den Kosovo findet am Freitag, den 15.01.2010, um 18 Uhr in der Klemensstraße, Höhe Stubengasse (Münster), eine Kundgebung gegen die Abschiebungen in den Kosvo statt.
Auch wenn aus Münster noch niemand abgeschoben wurde, gilt es, ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen und ein Zeichen des Widerstands gegen diese unmenschliche Politik zu setzen.
Blintrop. Wenn die Dorfjugend des sauerländischen Dorfes Blintrop (siehe Foto) am Neujahrstag von Haus zu Haus geht und den Einwohnern mit einem Ständchen ein frohes neues Jahr wünscht, dann machen die 18- bis 27-Jährigen das auch immer für einen guten sozialen Zweck.
„Wir sammelten in den vergangenen Jahren u.a. für Flüchtlinge im Sudan (Dafur) und die Flutwellenopfer von Sri Lanka”, berichtete Fabian Borghoff im Namen der Gruppe. Dieses Jahr sammelte sie für die Aktion 302.
Hier finden Sie unser Startseiten-Archiv.
Machen Sie mit! Wir brauchen Sie!
Kommen Sie zum Koordinierungstreff der Aktion 302!
Jeden 2. Freitag um 15 Uhr in den Räumlichkeiten der GGUA (Südstr.46, 48153 Münster)! Dort haben Sie Gelegenheit, sich für die Aktion 302 einzubringen und sich für die Interessen der Roma zu engagieren.
Nächster Termin: Freitag, den 23.7., 15 Uhr!
Die Aktion 302 ist eine Initiative der GGUA Flüchtlingshilfe e.V. und amnesty international. Ziel der Aktion ist es, die Abschiebung von 302 Roma aus dem Kosovo, die zum Teil seit vielen Jahren in Münster leben, zu verhindern und ein Bleiberecht für alle Roma zu erreichen. Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu diesem Thema.
GGUA Flüchtlingshilfe
Südstr. 46
48153 Münster
info@ggua.de
0251-14486-0
amnesty international
Bezirk Münster/Osnabrück
Achtermannstr. 10–12
48143 Münster
Telefon: 0251/4 73 02